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Die Entwicklungs-

zusammenarbeit

der Stadt München

Sendung über kommunale Entwicklungszusammenarbeit: da heute schon über 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten und Großstädten leben, sind Städte besonders gut dafür geeignet, praktikable Antworten darauf zu geben, wie in den nächsten Jahrzehnten zukunftsfähige Kommunen aufgebaut werden können. Sind doch die Problemlagen in vielen Städten ähnlich. Verkehrsinfarkt, Schadstoffbelastung, fehlender Wohnraum, teure Mieten, Segregation, Flächenversiegelung und und und. Dietmar Freitsmiedl auf Radio Lora.

Siehe Interview mit Gabriele Köhler

http://lora924.de/?p=40005

A Womens' Call for Climate Justice

Thursday, 2 November 2017 | 5.15pm - 6.45pm

United Nations Association of Germany, UN Women National Committee Germany

Why are people differently affected by climate change and why is this important (risks/burdens)?

                Bettina Metz (Managing Director of UN Women National Committee Germany)

                Gabriele Köhler (UNRISD Senior Research Associate)

                Hannah Birkenkötter (Law Studies Research Associate at Humboldt University Berlin)

                Hanna Gunnarsson (Junior Gender Expert at WECF)

 

UMUNDU-FESTIVAL FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Gabriele Köhler

Wie die Nachhaltigen Entwicklungsziele die globale Armut beenden wollen

Dresden, Samstag 21. Oktober – 11.00-12.30

https://www.umundu.de/programm2017/veranstaltung/140

 

Politische Visionen zur Nachhaltigkeit - Die Agenda 2030 und die Bundestagswahl

1. Juni 2017, Berlin, Scandic Hotel

Die DGVN lädt am 1. Juni 2017 im Vorfeld der diesjährigen Bundestagswahl zu einer Tagung über die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und ihre Umsetzung in und durch Deutschland ein.

Programm und Anmeldung

http://www.dgvn.de/veranstaltungen/einzelansicht/?tx_mjseventpro_pi1%5BshowUid%5D=671&cHash=31b8ec74ca3d43b1c91ebf297c5a127c

Deutscher Bundestag:

Innovative Politik für transformativen Wandel: Vorstellung des UNRISD Flagship-Berichts zur Umsetzung der Agenda 2030

Mittwoch 17. Mai 2017

15:30 . 17:00 Uhr

http://www.dgvn.de/veranstaltungen/einzelansicht/?tx_mjseventpro_pi1%5BshowUid%5D=658&cHash=584a9f0f761955ffe359ed849cb35567

   

Gabriele Köhler (2010/2014 Beraterin UNICEF Myanmar)

und Constanze Zahm (TU Dresden)

MYANMAR:  Aufbruch oder Albtraum?

Zur Lage der Menschenrechte

Dienstag 02. Mai 2017 20:00 Uhr

Universität Halle: Hörsaal Z, Melanchthonianum

http://www.dgvn-sachsen.de/index.php/termine/icalrepeat.detail/2017/05/02/176/-/myanmar-aufbruch-oder-alptraum-zur-lage-der-menschenrechte

JUST OUT

SUSTAINABLE

DEVELOPMENT

GOALS

UNA-UK March issue

http://www.sustainablegoals.org.uk/keeping-the-2030-agenda-alive/

Peertalk - webinar on the UNRISD Report, exploring the notion of transformation and enquiring into the driver of inequality and climate change @ http://peertalk.unssc.org/en/video/36-let-s-talk-about-policy-innovations-for-transformative-change

See the German translation of the UNRISD Report Overview at http://menschliche-entwicklung-staerken.dgvn.de/meldung/innovative-politik-fuer-transformativen-wandel-unrisd-flagship-bericht-2016-zur-umsetzung-der-agenda/

INNOVATIONS FOR TRANSFORMATIVE CHANGE: IMPLEMENTING THE 2030 AGENDA

 
6 December 2016
The German Development Institute presented the Flagship Report of the United Nations Research Institute for Social Development (UNRISD) on “Policy Innovations for Transformative Change: Implementing the 2030 Agenda” in its premises in Bonn  together with the United Nations Association of Germany.

Volkshochschule Gröbenzell

Nepal - Was tun nach einem Erdbeben?

Bilder unter "Nepal"

Vortrag mit Bildern von Gabriele Köhler

Dienstag 29.11.16

2015 wurde Nepal von einem schweren Erdbeben getroffen. Was passiert in dem ohnehin armen Land, um den Alltag der Betroffenen wiederherzustellen? Einerseits geschieht viel zu wenig und das auch noch viel zu langsam, andererseits geschieht auch viel Neues, mit Solidarität und Phantasie. Der Vortrag gibt einen Einblick in die neueren sozialpolitischen Experimente Nepals. Es wird insbesondere eine UNICEF-Initiative zum Kindergeld vorgestellt, das 2009 eingeführt und nach dem Erdbeben aufgestockt wurde. Das Kindergeld soll Armut und Ausgrenzung angehen und zugleich die Regierungspolitik effizienter und gerechter machen. Es wird um eine Spende für UNICEF gebeten.

https://vhs-groebenzell.de/Artikel/cmx58171c90e0efe.html

Einblicke in die gegenwärtige Situation in Myanmar:

http://www.dgvn.de/meldung/myanmar-reiches-land-mit-armen-menschen/

DGVN-Studienreise 2016: Wandel und Herausforderungen in Myanmar

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der DGVN-Studienreise mit Parlamentsabgeordneten in Nay Pyi Taw, der Hauptstadt Myanmars (© Ute Gerteis)

 

 

 

 

 

Die diesjährige Studienreise der DGVN führte vom 10. - 19. Oktober 2016 nach Myanmar. Dort trafen Mitglieder der DGVN in einer Vielzahl von Gesprächen u.a. Vertreterinnen und Vertreter vor Ort tätiger UN-Organisationen und verschiedener Ministerien sowie Parlamentsabgeordnete. Ihr Fazit: Der eingeschlagene Weg Myanmars eröffnet Chancen für Frieden, Versöhnung und wachsenden Wohlstand in dem Land, doch gleichzeitig bestehen zahlreiche Herausforderungen, die nur im Zusammenwirken nationaler und internationaler Akteure bewältigt werden können.

Widersprüchliche Nachhaltigkeit – UN-Agenda 2030 und SDGs bei uns und in der Welt

Im vergangenen Jahr haben die Vereinten Nationen die universal gültige Agenda 2030 und die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) beschlossen. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich für die UN und für uns? Wie können die ambitionierten Ziele umgesetzt werden und welche Zielkonflikte können dabei entstehen? Wie kann es gelingen, Entwicklung und Nachhaltigkeit auf praktischer Ebene miteinander zu verbinden?

Mit der Tagung "Widersprüchliche Nachhaltigkeit – UN-Agenda 2030 und SDGs bei uns und in der Welt" möchte die DGVN Einblicke in die Umsetzung durch verschiedene Politikebenen geben und exemplarisch an verschiedenen Themen mögliche Zielkonflikte, Herausforderungen und Chancen aufzeigen. 

Bericht der Fachtagung: http://www.dgvn.de/meldung/bericht-zur-dgvn-tagung-widerspruechliche-nachhaltigkeit-un-agenda-2030-und-sdgs-bei-uns-und-in-de/

 

 

the concept of development

until recently refered to development processes in low-income countries. However, a global consensus has emerged that all countries, regardless of their ecomomic or political might, their level of GDP per capita, or their human development index, are in a process of 'development' - and need to address their specific gaps in economic, social, ecological, gender equality, and political rights. The objective of 'development' everywhere needs to be about structural change, social transformation, human rights, gender justice and child rights, economic equity, and about halting and reversing man-made climate change. These objectives are aspirations for all countries and all peoples. The 2030 Agenda for Sustainable Development Assembly applies to all countries and every person on the planet. Ths will pose many new challenges:

  • how to ensure equity in development opportunities among countries,
  • how low-income countries will catch up,
  • how to adopt sustainable consumption and production patterns in the overcomsuming North while increasing the level of employment and decent, productive, creative work - in all  ountries.

A report by UNRISD - Policy Innovations for Transformative Change - addresses these challenges.

ideas & commentaries

COP23: (Wie) geht es weiter?

 20.11.2017

Zwei bedeutsame Erfolge...

Die 23. Klimakonferenz ging am 17. November zu Ende. Manches ist erreicht worden – maßgeblich durch den immensen und kreativen Druck der Zivilgesellschaft. Dazu gehören ein Gender-Aktions-Plan und eine Plattform zu den Rechten indigener Völker. Die zwei Beschlüsse machen bewusst, dass vor allem in einkommensarmen Ländern, Frauen und indigene Gruppen erheblich stärker von den Folgen des Klimawandels und dem Raubbau an Ressourcen betroffen sind als dominante Gruppen.  Positiv gewendet weisen sie darauf hin, dass geschlechtergerechte Politik dem Klimawandel Einhalt gebieten kann, und die indigenen Völker schon immer in Einklang mit den planetaren Grenzen gelebt und gewirtschaftet haben.

... und nach wie vor viel zu tun

Aber die Konferenz hat vieles - noch nicht - erreicht. Die derzeitigen Vorgaben zum Einhalt der Vereinbarungen von Paris (Nationally Determined Contributions) genügen bekanntlich nicht, um die C02-Emissionen, wie 2015 in Paris eigentlich vereinbart, einzuhegen, und die Vertragspartner haben ihre Zusagen nicht, wie für die COP23 geplant, nachgebessert.

Auch in der Finanzierungsfrage ging es nicht voran. Die horrenden Verwüstungen durch Klimakatastrophen intensiveren sich in den letzten Jahren. Betroffene Länder und Gruppen verlangen seit langem, dass Verluste und Schäden finanziell entschädigt werden. Die unendliche Trauer, Familienmitglieder z. B. in einem Hurrikan zu verlieren, oder das Trauma, seine Erwerbsgrundlage als Kleinbäuerin oder Fischer zerstört zu sehen, kann mit keinem Geld wiedergutgemacht werden. Aber die Produktionsmittel, die Wohnhäuser, die Straßen und Wege müssen wiederhergestellt werden, und dafür müssten die heute wohlhabenden  Länder als die historischen Verursacher des globalen Klimawandels aufkommen. Hierfür gab es keine Mehrheit bei EU- und anderen einkommensreichen OECD-Ländern. Geeinigt hat man sich lediglich auf eine vage Formel, genügend Finanzmittel mobilisieren zu wollen. Wir wissen, dass da vorerst  wenig zu erwarten ist, zumindest ist das die Lehre aus dem Bereich der  Nothilfe, wo die humanitären Appelle der Vereinten Nationen (consolidated appeals) bislang chronisch unterfinanziert blieben.

Im Nachgang der Konferenz ist auch angesagt, echte von falschen Freunden zu unterscheiden. Auf der COP23 durfte die Kernenergie als angeblich saubere Energie  für sich werben. Deswegen ist auch das Bündnis der Powering Past Coal Alliance mit großer Vorsicht zu genießen. Zu dieser neuen Allianz gehören Fidschi und die Marschallinseln, die als Klimageschädigte mehr als deutlich gemacht haben, wie sie vom  Klimawandel betroffen sind und wie sie alles tun, den Planeten und seine Meere zu schützen. Aber dem Bündnis haben sich auch  Länder  wie Frankreich, Großbritannen oder Kanada angeschlossen. Frankreich bezieht 75% seiner Energie aus Kernkraft, und hat zeitgleich mit der COP23 verkündet, dass es diesen Anteil frühestens im Jahr 2035 senken könne - auf 50%  – der höchste Anteil von Kernkraft global! Großbritannien bezieht 20% seiner Energie aus Kernkraft, und ist gerade dabei, einen neuen Kernreaktor aufzubauen – zusammen mit dem französischen Energiekonzern EDF. Auch Kanada will seine “grüne” Energiepolitik mit einem Ausbau von Kernkraftwerken umsetzen.

Es ist für Regierungen schick geworden, sich als Dekarbonisierer zu profilieren, und schlau, dabei eine schädliche Energiequelle  zu fördern. Deswegen ist es wichtig, auf Transparenz zu bestehen: was meint jeder Verhandlungspartner, wenn sie oder er von  erneuerbarer UND sauber Energie spricht?

Und dann verkündete Siemens  ausgerechnet am letzten Tag der Klimakonferenz den Abbau von 6900 Stellen, davon die Hälfte in Deutschland, wovon wiederum 920 Arbeitsplätze in Sachsen. Wegen der Energiewende würden immer weniger Großkraftwerke gebaut; dass Siemens nach wie vor grosse Gewinne macht und die erneuerbaren Energien dabei fast 10% zum 2017er Umsatzerlös beitrugen, bleibt unerwähnt. Aber die Botschaft ist genau die, die populärpolitisch befürchtet wird – dass durch Maßnahmen zum Stopp des Klimawandels massenweise Arbeitsplätze verloren gehen würden.

 Wie es weitergeht

War also der ganze Aufwand der COP23 umsonst? Keineswegs. Gerade zu der Frage Arbeitsplätze und Klimaerhalt gibt es immer stärkere Stimmen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft, die sich in die öffentliche Diskussion und in Gespräche mit den Verhandlungsparteien einbringen. Zur COP23 haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler z.B. ein Memorandum zum Nexus von Klimapoliitk, Gerechtigkeit und Zusammenarbeit verabschiedet (The Climate – Justice – Cooperation Nexus“), das in 10 Punkten zeigt, wieso es nötig ist, die planetaren Grenzen einzuhalten, und wie es sehr wohl möglich ist, den Klimaschutz produktiv und konstruktiv mit sozialer Gerechtigkeit und Arbeitsplatzsicherung zu verknüpfen. Die kanadische Journalistin Naomi Klein hat mit ihrem Bestseller die Dekarbonisierungsbewegung mitangestossen (This Changes Everything: Capitalism vs. The Climate. New York,  Simon & Schuster); wirtschafts- und sozialpolitisch ausgebaut wurde dieser Ansatz 2017 mit Kate Raworths Doughnut Economics. Seven Ways to Think Like a 21st-Century Economist (Random House Business Books).

Die Diskussion um soziale Sicherung, möglicherweise in Form eines Grundeinkommens, wird immer lauter, schlagkräftiger und vernetzt sich zielstrebig (z.B. Basic Income Earth Network (BIEN); global coalition for social protection floors). Diese könnte die Umstrukturierung weg aus klimaschädlichen Produktions- und Konsumweisen abfedern und voranbringen. im Rahmen der UN wird in den nächsten Monaten die Debatte vorangetrieben, Menschen, die vom Klimawandel vertrieben werden, als Klimaflüchtlinge anzuerkennen – das hätte positive Auswirkungen auf Asylrecht und finanzielle Unterstützung (siehe New York Declaration for Refugees and Migrants).

Und: dass Finanzmittel da wären, haben die investigativen Journalisten nachgewiesen, erst mit den Panama-Papers und jetzt mit den Paradise-Papers. Es gibt Billionen Euros, die durch eine kohärente Steuerpolitik in die Staatshaushalte kämen.  Auch bekannt ist, dass  Trillionen US-Dollar in die Rüstung fliessen, die für die Klimapolitik umgewidmet werden könnten.

Vielleicht am wichtigsten: dass der derzeitige profitorientierte Kapitalismus eingehegt und reformiert wird,  wird noch dauern, aber der Widerstand dagegen ist analytisch und politisch vielfältig geworden. Trotz massiver Verfolgung war die Bewegung um Geschlechtergerechtigkeit und Klimaschutz noch nie so geeint. So hat z.B. die amerikanische Women’s March-Bewegung es geschafft,  vielerlei Interessengemeinschaften zu verknüpfen. Wie es Noelene Nabulivou  aus Fidschi im letzten COP-Plenum auf den Punkt brachte: Klimagerechtigkeit brauche Geschlechtergerechtigkeit sowie soziale, ökonomische und ökologische Gerechtigkeit  und es gehöre alles zusammen ( „There is truly no climate justice without gender, social, economic and ecological justice”).

http://www.dgvn.de/meldung/von-grossen-ozeanstaaten-superfrauen-und-vom-klima-impressionen-von-der-un-klimakonferenz-in-bonn/

 

COP 23-Zwischenbilanz: Von großen Ozeanstaaten, Superfrauen und vom Klima

14.11.2017

In Bonn geht die Klimakonferenz in die zweite Woche. In korrekter Formulierung ist es die 23. Konferenz der Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention (COP23). Und nach der Euphorie von Paris, wo 2015 das Klimaabkommen verabschiedet wurde, fragt man sich zunächst, worum es denn jetzt schon wieder geht. Im Grunde um alles: um Menschenrechte, Frauenrechte, Klima- und ökologische Gerechtigkeit ebenso wie um Sozial- und Wirtschaftspolitik.


Das System muss sich ändern, wenn die Menschheit auf diesem Planeten weiterleben möchte. Es geht darum, radikale Veränderungen wie die Dekarbonisierung zu finanzieren und Mittel zu finden, Menschen und Länder für die durch den Klimawandel verursachten Verwüstungen zu entschädigen. Auf den einfachsten Punkt gebracht geht es darum, wie die Erderwärmungsgrenze von 1,5 Grad eingehalten werden kann. 

Noch besteht Hoffnung

Noch besteht Hoffnung, dass sich dieses Ziel einhalten lässt, aber nur, wenn alle Länder und alle Unternehmen umdenken und radikal anders handeln würden. Das Pariser Klimaabkommen hat einen Rekord erstellt: 169 Länder haben in kürzester Zeit das Abkommen ratifiziert. 165 Länder haben ihren national geplanten Beitrag zur Treibhausgasminderung (INDC: Intended Nationally Determined Contribution) bekanntgegeben. Summiert man jedoch die Beiträge, wird die Erderwärmung weiterhin um 3 Grad zunehmen. Damit würden aber viele der Inselstaaten und Küstenstreifen buchstäblich im Meer versinken. Artenvielfalt würde weiterhin vernichtet. Katastrophale Stürme wie die Taifune und Hurrikane der letzten Monate würden sich weiter verschärfen und vervielfachen. 

Deswegen ist es hilfreich, dass die COP23 von Fidschi ausgerichtet wird, denn die INDCs müssen radikal nachgebessert werden, und die Auftritte der Pazifikvertreterinnen und Pazifikvertreter gehen unter die Haut. „Wir sind nicht kleine Inselstaaten“ – so wird die Gruppe der Small Island Developing States (SIDS) offiziell im UN-Kontext bezeichnet; das ist wohlmeinend, aber de facto herablassend. „Wir sind in Wirklichkeit riesige Ozeanstaaten“, sagen ihre Vertreter, denn zu vielen dieser Länder gehören Meeresflächen von mehr als 100.000 km2. 

Fidschi: Kein Verständnis für nördliche Kohlesucht

In ihren Interventionen bei offiziellen und informellen Verhandlungsrunden und auf den zivilgesellschaftlichen Panels analysieren die VertreterInnen aus dem Pazifik die Dringlichkeit von Maßnahmen, den Klimawandel zu stoppen. Sprecherinnen wie Noeleen Nabulivou und Maria Nailevu von der Fidschianischen NGO Diverse Voices and Action (DIVA) for Equality fordern den Norden auf, sich von seiner Kohlesucht („addiction to coal“) zu lösen und den CO2- und Stickstoffausstoß einzudämmen. Sie weisen auf den Zusammenhang zwischen dem profitorientieren extraktiven Kapitalismus und der Zerstörung der Umwelt hin. Und sie verknüpfen das mit Forderungen nach Frauen- und LGBTI-Rechten. 

Auf der COP23 tritt auch Anote Tong auf, ehemaliger Präsident von Kiribati. Er hat während seiner Amtszeit mit öffentlichen Geldern Land auf Fidschi angekauft, damit die 100.000 Bewohner von Kiribati, wenn es – vermutlich 2020 – ansteht, in Ruhe und geeint übersiedeln können. „Migration with dignity” nennt er das zu Recht. Bisher waren es meist reiche Oberschichtfamilien aus den Inselstaaten gewesen, die sich individuell absicherten und Eigentumswohnungen in Singapur, Australien oder Europa kauften, in die sie werden umziehen können; dass eine ganze Community das Recht auf Umsiedlung bekommt, ist noch relativ neu. 

Auf Fidschi haben solche Umsiedlungen bereits 2014 begonnen. Beteiligte aus dem Dorf Vunidogoloa auf der Insel Vanua Levu berichten von der existentiellen Not – sie haben ihren traditionellen Lebensunterhalt in der Küstenfischerei und Fischverarbeitung verloren – und von ihrer Traurigkeit, als sie das Heimatdorf verlassen mussten. Aber sie hatten keine Wahl, als das Meer Teile ihrer Insel eroberte.

Was die Interventionen so eindringlich macht: stringente wissenschaftliche politökonomische Analyse wird verknüpft mit persönlichen Erzählungen von der Weisheit der Vorfahren, mit Tanz und Gesang, die eine Form aufgeklärter Spiritualität vermitteln.

Vielgliedrige Zivilgesellschaft

Zu der Konferenz kommen im Verlauf der 12-tägigen Verhandlungen in Bonn geschätzte 25.000 Menschen. Zu den 197 Länderdelegationen – den Parteien des Abkommens – gesellt sich auch das amerikanische Bündnis We are still in: VertreterInnen von neun Bundesstaaten und Hunderten von indigenen Gruppen, Städten, Universitäten und Unternehmen, die eigenständig das Klimaabkommen umsetzen werden, auch wenn die USA als Staat 2019 austreten.

Die Zivilgesellschaft ist im Klimaprozess mit neun Gruppen repräsentiert. Diese vertreten Umweltverbände, indigene Völker, Städte und Gemeinden, Landwirtschaft, Gewerkschaften, die Jugend, Wissenschaft, Frauen und Gender. 

Die Frauen- und Gender-Gruppe z.B. spricht - basisdemokratisch organisiert - für 27 Dachverbände aus allen Kontinenten und setzt sich u.a. für die Umsetzung und Finanzierung des Aktionsplans zu Gendergerechtigkeit ein, den die COP-Staaten seit 2014 versprechen.

Die neunte – und übrigens älteste – Gruppierung ist die Privatwirtschaft und Industrie, die sehr früh erkannt hat, worum es bei den Klimaverhandlungen geht. Die Erdöl-, Erdgas- und Kohleindustrie und Unternehmen, die ihre Produktionsprozesse auf diese und andere Ressourcen stützen, tun ihr möglichstes, die Verhandlungen in ihrem Interesse zu beeinflussen und zu steuern. Die Kernenergie wiederum wittert eine Chance und hofft auf ihre Rehabilitierung – oft nur in Nebensätzen wird erwähnt, dass sie die sauberste und effizienteste Alternative zu Kohle sei. Auch aufstrebende Mächte wie China, Indien oder Südafrika verteidigen eine Kombination aus Kohle und Nuklearenergie. 

Mit Humor und Ästhetik

Worum es aber eigentlich ginge ist, wie erneuerbare und genuin sichere Energiequellen rasch und egalitär ausgebaut werden können, damit die 1,2 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu Energie haben, endlich Anschluss bekommen. Es geht darum, die Landwirtschaft ökologisch umzustellen. Und es geht darum, welche sozialpolitischen Maßnahmen die Arbeitslosigkeit abfedern werden, die z.B. aus einem Kohleausstieg resultiert. 

Die Länder des globalen Südens argumentieren zu Recht: Für all diese Umstellungen müssen Finanzmittel aus dem reichen globalen Norden bereitgestellt werden. Er muss auch die säkularen Schäden der rücksichtslosen Industrialisierung abtragen. Dazu sind mindestens 100 Milliarden Dollar jährlich nötig (und das ist sicher eine Unterschätzung). Hinzu kommen die Aufwendungen, um die Schäden aus akuten Umweltkatastrophen zu schultern. Darum wird auf dieser Konferenz gerungen.

Zwei unkonventionelle Hilfsmittel charakterisieren die Klimaverhandlungen. Das eine ist Humor und Satire. Als der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki-moon als PR-Coup die Comicfigur Wonderwoman zur virtuellen Botschafterin für Gleichberechtigung kürte, waren viele empört. Nicht so die Women and Gender Constituency, die flugs den gelben Umhang der Wonderwoman-Figur umfunktionierten und sich Capes umhängten: sie alle seien Superfrauen und Heldinnen. So auch das Wortspiel der NGO-Abkürzung DIVA – wie eine Diva agieren. 2009 schon tagte das gesamte Kabinett der Malediven in Taucheranzügen unter Wasser, um drastisch und plastisch klarzumachen, was ein steigender Meeresspiegel für Atollstaaten bedeutet. 

Das zweite Element ist der Appell an die Ästhetik. “WE WILL NEVER GIVE UP ON THIS BEAUTIFUL PLANET” ist ein schlagkräftiger Slogan bei den Klimaverhandlungen und dieser Konferenz. Der Satz umschließt eigentlich alles, worum es geht.

http://nachhaltig-entwickeln.dgvn.de/meldung/cop23-wie-geht-es-weiter/

 

September 2017

THE UN AGENDA FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT AND GERMANY'S SUSTAINABILITY STRATEGY

I.) The 2030 Agenda between transformation and cooptation

The UN 2030 Agenda for sustainable development commits to “transform our world”; both the Agenda and the Paris Agreement on Climate Change invoke human rights, an eradication of poverty, universal access to social services, and safeguarding the planet.

Implementing the Agenda would require challenging the dominant economic rationale and political powers. At intra-country, inter-country and global levels, the economic system is characterised by extreme asymmetries in wealth, productivity and power. Individuals, communities and societies face systemic economic, social and political exclusions, based on myriad vectors – from gender and age through ascribed identities. In and between countries, the exploitation of planet earth is the privilege of those with power.

One could argue that the 2030 Agenda is thereby caught up between transformation and cooptation.

II.) Need for 3 shifts

If the 2030 Agenda for Sustainable Development is to have real impact, there need to be three major shifts:

  •  around principles or norms towards a common vision of economic, social, gender and climate justice. This would necessitate reversing the prevalent hierarchy and replacing the rationale of unfettered capital accumulation and profit maximization with a different set of goals around social and climate justice. This has been termed “hierarchy reversal” (UNRISD 2016).
  •  at the policy level. This would necessitate coherent policies for decent work and full employment, for guaranteed incomes and access to high-quality and inclusive social services, with sustainability or ecological goals. Income and wealth inequalities would also need to be addressed. There are many policy outcome conflicts here that need to be reconciled.
  • around practice. Alternative forms of productive collaboration, or free and equitable exchanges, often referred to as the sharing economy and the social and solidarity economy, would need to gain more traction. It would need different employment profiles and time use, which would in turn alter the work-life balance. If scaled up, it would help to rebalance global and regional production patterns, and move the high income countries into a de-growth or altered growth (services instead of manufactures)  mode.

The 2030 Agenda could be measured against these three shifts.

III.) Germany’s ‘performance’ as an example

It is of interest to me, as a German citizen, to look at the German experience: how do the German government’s commitments to the 2030 Agenda and its national  Sustainability Strategy (German Sustainability Strategy (GSS)), adopted in 2017,  tally with, ignore or contravene sustainability goals? Superficially, Germany compares favourably to many other countries, which made the same commitment to the 2030 Agenda, but have not taken similar steps in terms of national policy making. Germany with the Energiewende, its self-definition as a ‘social state’, and a performant civil society, could – at the face of it - be a policy leader.

However, a critical examination of the GSS with its commitments, examined for 7 of the SDGs, shows a mixed picture at best:  

  • SDG 1. Poverty

The GSS sees employment as the main route to overcoming all forms of poverty, and connects the poverty goal with the employment goal, which is positive.

However:

  •  it does not look at the structural causes of poverty – including the lacunae in decent work which it mentions.
  • it downplays the extent of income poverty and ignores child poverty which is betwem 15 and 21 per cent
  • the income minimums of the social assistance transfers are extremely low, making participation in social life extremely difficult and reinforcing intergenerational poverty

So, while some normative positives, there is policy and practice failure.

  • SDG 2. Hunger

The GSS normatively ascribes to the right to food. However, hunger is cast narrowly as an issue of sustainable agriculture, agricultural productivity and of awareness of healthy eating patterns.

 Issues of food security in low-income households are not broached, even though in Germany, 1.8 million people have to resort to free food banks.

Again: policy and practice failure

  • · SDG 5. gender empowerment and equality

The GSS confirms the commitment to gender equality – made in the German constitution. However,

·       women in Germany remain systemically disadvantaged, the gender pay gap is 21%.

·       Women spend 50% more time than men on care work – the gender care gap (a newly devised indicator) is double

·       old age poverty is rising sharply, and affects women more than men.

The GSS documents these challenges to gender equality, but the structural issues producing this unequal situation are not explored, and the  remedies proposed by the GSS remain piecemeal. A much wider range of policies would on offer for example from the CEDAW 2017 review of Germany:

·       strengthening the mandate of the Federal Anti-Discrimination Agency;

·       creating a comprehensive national gender strategy, policy and action plan addressing the structural factors causing persistent inequalities;

·       introducing gender-budgeting of the fiscal, state and municipal budgets;

·       reviewing the tax system and social benefit provisions;

·       introducing adequate staffing ratios for day-care centres, ensuring high-quality and reliable after-school care for children, and increasing all-day-care options, and strengthening the statutory pension as a means of ensuring a decent standard of living for retired women. Interestingly this last proposal has entered the political party programmes for the September 2017 election.

So, regarding SDG5 – normatively positive, but weak in terms of policy and practice.

 

  • SDG 8: Decent work and growth

The 2030 Agenda is problematic on this topic as it has a strong orientation to GDP growth and does not confront the incompatibility at the global, planetary level of growth and sustainability. Germany is quite conform with the 2030 Agenda on that point. Thus, despite the nominal commitments to renewables and decarbonisation, the GSS does not question the export drive;  Germany continues to exploit coal, including in the form of CO2-intensive overseas imports, and to mine lignite; and has an enormous external footprint in the import of inputs. There is a total disconnect between commitments and policy and practice. So, on this point both the norms and the practice are weak.

The GSS gives some attention to decent work and to the issue of unemployment. However, it does not face the actual unemployment situation: 2 million persons in Germany are unemployed, at an unemployment rate of 3.9 per cent ; youth unemployment is 7 per cent. De facto tolerating that such a large number of persons is excluded from decent work and full employment can hardly be considered sustainable, let alone transformative.

  •    SDG 7: Energy and SDG 13 Climate change

At the normative level, Germany projects itself as moving in the direction of ecological sustainability – the much vaunted Energiewende. It pursues energy efficiency and the expansion of renewable sources of energy, subscribes to the analysis of the IPCC regarding the dangers of global warming, and is committed to k


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